Azza ist eine saudische Frau, die sich nach einer gescheiterten Ehe ein selbstbestimmtes Leben aufbaut. Als Fahrlehrerin für Frauen kämpft sie für ihre finanzielle Unabhängigkeit und dafür, dass ihre Töchter mehr Freiheit erfahren als sie selbst. Die über drei Jahre entstandene Doku gewährt einen eindrucksvollen Einblick in das Leben einer mutigen Frau und in ein Saudi-Arabien zwischen Tradition und Wandel.
Wie kann Azza als saudische Frau ihre Unabhängigkeit gewinnen? Die Protagonistin des Films, würde antworten: mit Geschick. Mit 16 verheiratet und heute Mutter von vier Teenagern, träumt sie von der Befreiung aus einer gescheiterten Ehe. Aus ihrer Familie ausgeschlossen und auf sich selbst gestellt, bemüht sie sich, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren, indem sie als Fahrlehrerin für Frauen arbeitet. Hinter dem Steuer eines großen SUVs fühlt sie sich selbstbewusst und meistert – genau wie auf der Straße – die Hindernisse des Lebens: mangelnde Bildung, unsichere Arbeitsverhältnisse, Ausgrenzung durch die Familie und die Trennung von ihren Kindern. Sie tut alles, um sicherzustellen, dass ihre Töchter nicht das durchmachen müssen, was sie selbst erlebt hat. Sie träumt von einer Reise durch die Wüste. Dieses Abenteuer wird zu einer Möglichkeit, sowohl ihr Land als auch sich selbst zu entdecken. Das Autofahren erweist sich als Mittel zur Freiheit – genau wie für viele
andere Frauen.
AZZA ist das einfühlsame wie kraftvolle Porträt einer emanzipierten Frau in einem Land, in dem Frauen zwar seit 2018 offiziell Auto fahren dürfen, der Zugang zu grundlegenden Rechten wie weiterführende Bildung und Selbstbestimmung ihnen jedoch nach wie vor oftmals verwehrt bleibt. Der über drei Jahre gedrehte Film bietet einen intimen Einblick in Azzas Leben, ihre Heimat und eine Gesellschaft am Rande des Wandels, die zwischen Tradition und Moderne schwebt.
D 2025, 87 Min., FSK: 6, R: Stefanie Brockhaus | Trailer bei YouTube
am Samstag, 11.07. um 17.00 Uhr in OmU