Everytime

Ella (Birgit Minichmayr) hat ihre Tochter verloren, Melli ihre Schwester – und Lux gilt als Schuldiger. Auf Teneriffa finden die drei zusammen. Zwischen Erinnerung und Gegenwart entfaltet sich eine Geschichte über Trauer, Schuld und Weiterleben. Ausgezeichnet mit dem Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard in Cannes.

Die Sonne geht über Berlin auf. Eine rotgoldene Scheibe, die ihr Licht über die Stadt legt, als wäre nichts geschehen. Das letzte Foto, das Jessie gemacht hat, zeigt genau diesen Moment. Kurz darauf ist Jessie weg. Zurück bleibt eine Leerstelle, die sich nicht füllen lässt – und drei Menschen, die damit leben müssen. Ella, die Mutter, gespielt von Birgit Minichmayr mit einem Gesicht wie versteinertes Licht. Melli, die kleine Schwester, die jetzt das Zimmer ganz für sich allein hat. Und Lux, der Junge, dem alle die Schuld geben. Während die Welt um sie herum unbeirrt weiterläuft, versuchen sie, irgendwie weiterzumachen – jeder auf seine eigene Weise, und doch ohne wirklich voranzukommen.

Unerwartet finden sie sich gemeinsam auf Teneriffa wieder. Ein Familienurlaub, den es so nie gab, mit Menschen, die keine Familie sind. Und doch sitzen sie nun unter der flirrenden Sonne der Kanarischen Inseln, die gleichgültig weiter scheint wie die Berliner Sonne damals. Warum geht die Sonne weiter auf? Man sollte meinen, nach einer Tragödie wie dieser müsste die Welt den Anstand haben haben, innezuhalten. Sie tut es nicht. Dort entgleitet etwas. Die Zeit verliert ihre Verlässlichkeit, beginnt sich zu verbiegen. Jeder, der je tiefe Trauer erfahren hat, kennt die seltsamen Dinge, die sie mit der Zeit anstellen kann: sie dehnen oder zusammenpressen, ganze Abschnitte in ein schwarzes Loch des Gedächtnisses verbannen, oder sie einfach gänzlich aussetzen. EVERYTIME folgt genau diesen Zuständen – mit einer Präzision, die sich wie Traumlogik anfühlt, und mit einer Sinnlichkeit, die unter die Haut geht. Erinnerungen und eine ungelebte Zukunft verweben sich in einer verschobenen Realität, die angesichts des Unvorstellbaren das Undenkbare zulässt.

D/AU 2026, 97 Min., FSK: 12, R: Sandra Wollner | Trailer bei YouTube

am Sonntag, 18.10. um 16.00 Uhr

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PREISE & RESERVIERUNG

Der Eintritt pro Vorstellung beträgt einheitlich 7 Euro, für Kinder 4 Euro. Es gibt keinen Vorverkauf, die Tages- bzw. Abendkasse öffnet eine halbe Stunde vor Filmbeginn. Im Kinosaal herrscht freie Platzwahl vor – ein rechtzeitiges Kommen lohnt sich also. Der Saal wird ca. 30 Minuten vor Beginn geöffnet. Wer sichergehen möchte, einen Platz zu bekommen, der kann Tickets vorab per E-Mail reservieren: reservierung@kino-ist-programm.de – unter Angabe von Name, Anzahl der Tickets und der gewünschten Vorstellung.

WIR SIND HIER

So sieht es aus, das Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb am Gerberplatz 1 (Eingang Hohenzollernring, Ecke Kulmacher Str.), in dem wir wieder ganze Wochenenden mit tollen Filmen füllen werden. Große Vorfreude!