Unser Jahresthema 2021:

1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Aus diesem Anlass wurde ein bundesweites Erinnerungsjahr initiiert, welches jüdisches Leben für alle Interessierten authentisch sichtbar und erlebbar machen soll. Im Zentrum der Programmüberlegungen steht "Erinnern und leben". Das heißt, wir werden unsere Vergangenheit und die Verbrechen an jüdischen Mitbürgern nicht vergessen. Aber auch das gegenwärtige und das zukünftige Zusammenleben interessieren uns. Wie geht es jungen, wie geht es alten jüdischen Menschen? Leben wir wirklich gemeinsam? Oder können wir im gegenseitigen Verständnis noch weiter aufeinander zugehen. Lernen wir uns besser kennen.

Dazu beitragen wird die Filmreihe "Kino Spezial", in der das Kulturamt der Stadt Bayreuth in Zusammenarbeit mit Kino ist Programm einmal monatlich zu einem kostenlosen Kinoerlebnis einlädt. Gezeigt werden Dokumentar- und Spielfilme die uns Themen, Blickwinkel und Lebenswelten von jüdischen Menschen aller Lebensalter näher bringen. Am Sonntag, dem 6. Juni, startet die Filmreihe nun verspätet im Historischen Sitzungssaal im Kunstmuseum.

Auf Grund des begrenzten Platzangebotes und der Hygieneauflagen wird eine vorherige Anmeldung im Kulturamt der Stadt Bayreuth unter 0921-50720164 oder kulturamt@stadt.bayreuth.de, mit Angabe der Anzahl der Besucher und deren entsprechenden Kontaktinformationen, erbeten.

KUNSTMUSEUM, Maxstraße 33, 95444 Bayreuth
Im gesamten Gebäude und am Sitzlatz herrscht Maskenpflicht. Im Haus gilt ein Einbahnstraßensystem. Zugang ist über die Kämmereigasse, dort befindet sich eine Desinfektionsstation, von dort geht es mit dem Fahrstuhl in den ersten Stock. 

SONNTAG, 18. JULI
11:00 Uhr | Kiss me kosher
14:00 Uhr | Titos Brille

Der Eintritt ist frei!

 

 

Kiss me kosher

Die quirlige jüdische Großmutter Berta und ihre nicht weniger leidenschaftliche Enkelin Shira streiten inniglich über die Liebe und darüber, was Frau darf und was nicht. Vor allem als sich ihre geliebte Enkeltochter ausgerechnet für Maria, eine Deutsche, entscheidet. Die beiden jungen Frauen machen richtig ernst – sie wollen heiraten. Ein witziger, temporeicher Culture-Clash über Liebe, Vorurteile und verrückte Familien.

Die quirlige jüdische Großmutter Berta und ihre nicht weniger leidenschaftliche Enkelin Shira streiten inniglich über die Liebe und darüber, was Frau darf und was nicht. Vor allem als sich ihre geliebte Enkeltochter ausgerechnet für Maria, eine Deutsche, entscheidet. Die beiden jungen Frauen machen richtig ernst – sie wollen heiraten. Das Chaos ist perfekt, als die Eltern von Maria aus Deutschland auf die Mischpoke in Jerusalem treffen. So unterschiedlich beide Familien sind, so einig sind sich alle in einem Punkt: Die Hochzeit muss geplant werden! Nur eine versucht mit allen Mitteln diesen Bund des Lebens zu verhindern – Berta. Für sie ist eine Ehe zwischen einer Israelin und einer Deutschen ein Ding der Unmöglichkeit. Obwohl auch sie mit dem Palästinenser Ibrahim ein recht unkonventionelles Liebesglück gefunden hat, das sie im Gegensatz zur lebensfrohen Enkeltochter vor der Familie verheimlicht. Aber wie lange kann das noch so gutgehen?

Mit einem liebevollen Blick auf ihre Filmfiguren und frei von gesellschaftlichen oder religiösen Konventionen vereint die israelische Regisseurin und Autorin Shirel Peleg in KISS ME KOSHER Menschen und ihre Beziehungen zueinander. Vor der wunderschönen Kulisse Israels spielt der Film herrlich unkoscher mit gängigen Klischees in der Liebe, Religion und dem deutsch-israelischen Verhältnis, um diese lässig und pointiert zu demaskieren. Die intelligenten Dialoge mit reichlich Wortwitz und Herz machen den Debütfilm Pelegs zu einem wunderbaren Feel-Good-Film.

D/Israel 2020, 106 Min., R: Shirel Peleg, FSK: 12 | Trailer bei Youtube

am Sonntag, 18.07. um 11.00 Uhr | Kunstmuseum Bayreuth

Titos Brille

In der Dokumentation begleitet die Regisseurin Regina Schilling die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Adriana Altaras auf einer Reise nach Jugoslawien, um ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen – und der Gegenwart auch. Dabei erzählt Altaras ihre eigene Geschichte als Nachkriegskind mit jüdischen Wurzeln, Mutter zweier Kinder und Ehefrau eines katholischen Mannes.

Adriana Altaras stammt aus einem Land, das es so nicht mehr gibt: Jugoslawien. Die Tochter jüdischer Partisanen, die für Tito kämpften und die im Nachkriegsdeutschland ein neues Leben begannen, erzählt in TITOS BRILLE von ihrer „strapaziösen Familie“. Die Regisseurin Regina Schilling begleitet Adriana zu den Spuren der Familie Altaras auf einer Reise von Berlin über Gießen, Italien bis nach Zagreb, Split und Rab. Sie teilen die Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn Geschichte persönlich wird – die Lager, der Widerstand, die Schauprozesse, Flucht und Neuanfang. Mit jüdischem Witz, balkanischem Zorn und deutscher Gründlichkeit knüpft sich Adriana all jene vor, die ihr den Schlaf rauben: ihren Vater, der immer ein Held sein wollte, ihre strenge und ehrgeizige Mutter, Tito und Tante Jele, und auch der kroatische Staat kommt nicht ungeschoren davon.

TITOS BRILLE basiert auf dem gleichnamigen Überraschungserfolg und Bestsellerroman von Adriana Altaras, die als Protagonistin an ihrem selbstironischen und humorvollen Roadmovie durch die Geschichte ihrer Familie teilnehmen lässt. In Adrianas Person vereinen sich das alte Europa der k.u.k. Zeit mit dem angesagten Gegenwarts-Berlin, jüdischer Witz mit katholischer Gründlichkeit, Waldorf-Weltsicht mit italienischen Kaschmir-Twinsets und jede Menge Geschichte.

D 2014, 94 Min., R: Regina Schilling, Buch: Adriana Altaras, FSK: 6 | Trailer bei Youtube

am Sonntag, 18.07. um 14.00 Uhr | Kunstmuseum Bayreuth