Kino macht Aaaah!

Eine Einführung in die Filmanalyse in 4 Teilen von Dr. Kathrin Rothemund

Kino ist Programm e.V. macht digital weiter, mit einer kurzweiligen Einführung in die Filmanalyse und die Theorie des Films – gleichzeitig ein fulminanter Ritt durch 125 Jahre Filmgeschichte von Medienwissenschaftlerin Dr. Kathrin Rothemund. Kathrin Rothemund lehrt derzeit an der Universität Bayreuth, ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der audiovisuellen Medien (vor allem Film und Fernsehen), allgemeiner Medientheorie und medienkulturwissenschaftlicher Themen. Neben ihrem aktuellen Forschungsprojekt „Audiovisuelle Un|Schärfe“ beschäftigt sie sich mit seriellen Erzählstrukturen und den aktuellen Entwicklungen der Fernsehlandschaft und forscht zur Theorie und Ästhetik des kosmopolitischen Kinos und Fernsehens. Mehr zu Kathrin hier.

Oft sind es die kleinen Dinge, die im Film faszinieren, die dessen Seele ausmachen. Wir wagen einen Blick hinter die Magie des Kinos und zeigen euch die Vorder- und Hintergründigkeit des Films. Teil 1 der digitalen Filmanalyse-Reihe gibt einen Überblick über die Filmgeschichte vom Kino der Attraktionen bis hin zur diversifizierten Postmoderne; Teil 2 widmet sich den verschiedenen Filmgenres. Teil 3 und 4 beschäftigen sich dann mit Bild & Ton und Montagetechniken.

Die Videos erscheinen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen und sind hier und auf unserem neuen YouTube-Kanal dauerhaft abrufbar. Enjoy! Wir freuen uns wie immer über Feedback, gern könnt ihr uns auch eure filmanalytischen Fragen schicken – wir versuchen, die in den verbleibenden Folgen für euch zu beantworten.

Teil 1: Das 1x1 der Filmgeschichte

[Das Video startet nicht? Dann hier entlang, direkt zu unserem YouTube-Channel.]

Alles begann 1895. In der Geburtsstunde des Kinos, maßgeblich geprägt durch die Brüder Lumière, sind die ersten Filmvorführung große Attraktionen. Mit Alice Guy, die Babys aus Kohlköpfen zaubert, einfahrenden Zügen und anderen ähnlich unspektakulären Geschehnissen auf der Leinwand entwickeln sich erste Erzählkonventionen, die sich dann im Stummfilm und dessen erzählten Geschichten manifestieren. Ab 1927 und dem ersten Tonfilm verändert sich das Kino ganz grundlegend. Hollywood entwickelt sich zur Traumfabrik, während in Europa der 2. Weltkrieg den Film maßgeblich prägt. Die Neuen Wellen der 1960er und 70er verfolgen neue, kreative Ansätze, um sich von der Geschichte zu lösen. Von diesen optischen und akustischen Experimenten wendet sich das postmoderne Kino zunehmend ab, hin zu dem, was das klassische Erzählkino geliefert hat. Und da sind wir nun, zwischen Experiment und Klassik, im vielfältigen Genrekino der Postmoderne.