Programmkinotage im November

Samstag, 16. November & Sonntag, 17. November 2019
im Iwalewahaus, Wölfelstraße 2 (Ecke Opernstraße)

Im November zeigt Kino ist Programm wieder vier aktuelle Filme, in denen das System durchbrochen werden muss – das der Jugendhilfe, das der Gesellschaft, das der Neonazis und das der DDR. Auf in einen historischen November!

Das Programm im November:

SAMSTAG, 16. NOVEMBER
17:00 Uhr | Parasite (OmU)*
20:00 Uhr | Systemsprenger*
22:00 Uhr | Skin (OmU)*

SONNTAG, 17. NOVEMBER
14:30 Uhr | KinderKinoKlub: Fritzi - Eine Wendewundergeschichte
17:00 Uhr | Systemsprenger (UT)*
20:00 Uhr | Parasite*

* mit Vorfilm

 

 

KinderKinoKlub: Fritzi - Eine Wendewundergeschichte

Leipzig, 1989: Fritzis Freundin Sophie kehrt nicht aus dem Ungarn-Urlaub zurück, denn wie viele andere ist sie in den Westen geflohen. Mutig macht sich Fritzi auf die Suche nach ihr und gerät in ein Abenteuer, das die Zukunft des ganzen Landes verändert.

Leipzig, 1989. Liebevoll kümmert sich die zwölfjährige Fritzi um den kleinen Sputnik. Er ist der Hund ihrer besten Freundin Sophie, die über die Sommerferien mit ihrer Mutter nach Ungarn gefahren ist. Doch zum Schulanfang kehrt Sophie nicht in die Klasse zurück. Wie viele andere ist sie in den Westen geflohen. Mutig macht sich Fritzi auf die Suche nach ihrer Freundin und gerät in ein Abenteuer, das die Zukunft des ganzen Landes verändert.

Detailgetreu, authentisch und mit sicherem Gespür für Atmosphäre schildert FRITZI – EINE WENDEWUNDERGESCHICHTE die Friedliche Revolution im Herbst 1989 aus dem Blickwinkel eines Kindes. Ein spannender und unterhaltsamer Animationsfilm über die Kraft und den Mut, die Geschichte zu verändern, der nicht nur junge Zuschauer berühren wird. Basierend auf der Kinderbuchvorlage „Fritzi war dabei: Eine Wendewundergeschichte“ von Hanna Schott mit den Illustrationen von Gerda Reidt.

D/LUX/B/CZ 2019, 86 Min., FSK: 6, R: R. Kukula, M. Bruhn | empfohlen ab 8 | Trailer bei Youtube

am Sonntag, 17.11. um 14.30 Uhr

Systemsprenger

Wild, aggressiv und unberechenbar: Für die neunjährige Benni gibt es im System der Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz mehr. Dabei will sie nur wieder bei ihrer Mutter wohnen, die jedoch Angst vor ihr hat. So wird Anti- Gewalttrainer Micha Bennis allerletzte Chance. Deutschlands Oscar-Beitrag ist eine emotionale Achterbahnfahrt.

Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.

Im Wettbewerb der Berlinale 2019 feierte SYSTEMSPRENGER eine fulminante Premiere. Das großartige Ensemble begeistert – allen voran Helena Zengel, die mit körperlicher Wucht Bennis expressiver Wut ein zartes Gesicht verleiht (und momentan für Paul Greengrass‘ neues Projekt „News of the World“ an der Seite von Tom Hanks vor der Kamera steht). Lisa Hagmeister als Mutter, die Überforderung und Gebrochenheit eindrücklich verkörpert. Albrecht Schuch ist als Betreuer Micha der perfekte Gegenpol zu Benni. Gabriela Maria Schmeide überzeugt realitätsnah als Mitarbeiterin des Jugendamts, die alles Mögliche unternimmt, um Benni im Rahmen des Systems zu helfen. Einem System, das an diesem Anspruch scheitert und durch Kinder wie Benni „gesprengt“ wird.

D 2019, 125 Min., FSK: 12, R: Nora Fingscheidt | Trailer bei YouTube

am Samstag, 16.11. um 20.00 Uhr und
am Sonntag, 17.11. um 17.00 Uhr mit Untertiteln für Hörgeschädigte

Parasite

Familie Kim erschleicht sich mit Tricksereien nach und nach das Vertrauen der Familie Park. Doch dann löst ein unerwarteter Zwischenfall eine Kette von unfassbaren Ereignissen aus. Der südkoreanische Cannes-Gewinner ist eine scharfe Gesellschaftssatire mit viel bösem Humor und Lust an der radikalen Zuspitzung.

Familie Kim ist ganz unten angekommen: Vater, Mutter, Sohn und Tochter hausen in einem grünlich-schummrigen Keller, kriechen für kostenloses W-LAN in jeden Winkel und sind sich für keinen Aushilfsjob zu schade. Erst als der Jüngste eine Anstellung als Nachhilfelehrer in der todschicken Villa der Familie Park antritt, steigen die Kims ein ins Karussell der Klassenkämpfe. Mit findigen Tricksereien, bemerkenswertem Talent und großem Mannschaftsgeist gelingt es ihnen, die bisherigen Bediensteten der Familie Park nach und nach loszuwerden. Bald schon sind die Kims unverzichtbar für ihre neuen Herrschaften. Doch dann löst ein unerwarteter Zwischenfall eine Kette von Ereignissen aus, die so unvorhersehbar wie unfassbar sind.

Der Gewinner der Goldenen Palme von Cannes hält, was dieser Preis verspricht: großes Kino mit größtmöglicher Spannung. Der gefeierte koreanische Regisseur Bong Joon Ho liefert mit PARASITE eine scharfe Satire mit viel bösem Humor und Lust an der radikalen Zuspitzung der Verhältnisse. Mit seiner brillanten Gesellschaftskritik ist Bong Joon Ho ein gewaltiges, in spektakulären Bildern erzähltes Meisterwerk gelungen, das bereits jetzt Filmgeschichte geschrieben hat.

KOR 2019, 132 Min., FSK: 16, R: Bong Joon-ho | Trailer bei YouTube

am Samstag, 16.11. um 17.00 Uhr im koreanischen Original mit deutschen Untertiteln und
am Sonntag, 17.11. um 20.00 Uhr

Skin

Der israelische Filmemacher Guy Nattiv erzählt authentisch und ungeschönt die Geschichte von Bryon „Babs“ Widner, der durch die Hilfe des schwarzen Menschenrechtsaktivisten Daryle Jenkins den Ausstieg aus der rechtsradikalen Szene schafft und in einer schmerzhaften Prozedur die verräterischen Tätowierungen los wird.

Bryon Widner trägt den Hass tief im Herzen und sichtbar auf der Haut. Seine zahlreichen Tätowierungen überziehen Körper, Gesicht und kahlrasierten Schädel – eingebrannte Verbildlichungen seiner Gewalttaten und Zeugnis einer von Hass und Unmenschlichkeit geprägten rechtsradikalen Gruppierung. Als er die dreifache Mutter Julie kennenlernt und sie ungeahnte Gefühle der Liebe und Zugehörigkeit in ihm entfacht, beginnt er an seiner Ideologie zu zweifeln. Seinem zunehmenden Verantwortungsgefühl für ihr Wohl und das ihrer Töchter folgend, sucht er Hilfe beim afro-amerikanischen Menschenrechtsaktivisten Daryle, der nicht nur zur entscheidenden Stütze in seinem schwierigen Prozess des Ausstiegs wird, sondern es ihm auch ermöglicht, seine verräterischen Symbole auf der Haut wieder loszuwerden. Es beginnt ein langwieriger und sehr schmerzhafter Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit...

Der israelische Filmemacher Guy Nattiv erzählt in seinem ersten US-Spielfilm SKIN – basierend auf seinem gleichnamigen, in diesem Jahr mit einem Oscar-prämierten Kurzfilm – authentisch und ungeschönt die Geschichte des Szeneaussteigers Bryon „Babs“ Widner, der zu den meistgesuchten White Suprematists des FBI zählte. Nur durch die Hilfe des Menschenrechtsaktivisten Daryle Jenkins war der Ausstieg möglich, gemeinsam haben sie Geschichte geschrieben und gezeigt, wie (Rassen-)Hass überwunden werden kann.

USA 2018, 117 Min., FSK: 16, R: Guy Nattiv | Trailer bei YouTube

am Samstag, 16.11. um 22.30 Uhr im englischen Original mit dt. Untertiteln

Eintritt und Reservierung

Der Eintritt pro Vorstellung beträgt einheitlich 5 Euro, für Kinder 3 Euro. Es gibt keinen Vorverkauf, die Tages- bzw. Abendkasse öffnet am Samstag um 16:30 Uhr, am Sonntag um 14:00 Uhr und ist dann durchgehend besetzt. Im Kinosaal herrscht freie Platzwahl vor – ein rechtzeitiges Kommen lohnt sich also. Der Saal wird ca. 30 Minuten vor Beginn geöffnet. Wer sichergehen möchte, einen Platz zu bekommen, der kann Tickets vorab per E-Mail reservieren: reservierung@kino-ist-programm.de – unter Angabe von Name, Anzahl der Tickets und der gewünschten Vorstellung.